Du musst dich nicht ständig optimieren
Warum Veränderung kein Muss ist und trotzdem passiert
Veränderung hier, Selbstverwirklichung da, und bitte alles vor dem nächsten Kaffee. Kommt dir das bekannt vor? In der heutigen Podcastfolge spreche ich über ein Thema, das oft untergeht: Warum sich manche Menschen nicht verändern und warum das absolut in Ordnung ist. Ich nehme dich mit in Erfahrungen aus meinem Alltag und meinem Inneren. Am Ende wartet eine kraftvolle Übung auf dich, die dir hilft, mehr Geduld und Akzeptanz zu entwickeln, für andere und für dich selbst.
Warum Veränderung nicht immer die Antwort ist
Unsere Gesellschaft scheint einem riesigen Selbstoptimierungsfestival zu gleichen. Alle sollen wachsen, sich verbessern, neu erfinden. Und wer nicht mitzieht, wird schnell kritisch beäugt. Doch warum tun wir so, als wäre Veränderung Pflichtprogramm? Nicht jeder Mensch ist jederzeit bereit, etwas zu ändern. Und das ist nicht nur okay, sondern sogar wichtig. Veränderung bedeutet Unsicherheit. Es heißt, alte Muster loszulassen, selbst wenn sie unbequem waren. Oft sehen wir nur das Verhalten im Außen, doch der innere Veränderungsprozess bleibt uns verborgen. Menschen brauchen Zeit. Sie bleiben nicht stehen, weil sie "nicht können", sondern weil sie noch nicht bereit sind.
Was wir dabei oft vergessen: Nicht jeder befindet sich im selben Kapitel des Lebens. Während der eine vielleicht mitten im Umbruch steckt, braucht die andere gerade Stabilität. Und das ist legitim. Die Herausforderung besteht darin, diesen Unterschied auszuhalten, ohne zu werten. Nicht jede Form von Stillstand ist eine Blockade, manchmal ist sie eine notwendige Pause zur inneren Sortierung.
Stillstand als wertvoller Zwischenschritt
Ich erinnere mich gut an eine Zeit, in der ich spürte: So wie es ist, passt es nicht mehr. Doch obwohl alles in mir nach Veränderung schrie, geschah: nichts. Heute weiß ich, dieser "Stillstand" war ein Teil meines Weges. Ich musste loslassen lernen, akzeptieren, dass Entwicklung nicht im Kopf beginnt, sondern tief in uns drin. Dieser Zustand war kein Versagen. Er war notwendig, um das Alte wirklich loslassen zu können.
Veränderung ist ein Prozess, der nicht auf Knopfdruck funktioniert. Sie ist wie eine innere Jahreszeit: Es gibt Zeiten des Wachstums, Zeiten des Verharrens und auch Zeiten des inneren Winters. In diesen Momenten bereitet sich etwas vor, das von außen vielleicht wie Rückschritt aussieht, in Wahrheit aber Integration ist. Diese Zwischenphasen brauchen Raum und Würdigung.
Coaching bedeutet Raum halten, nicht Druck machen
Viele denken, Coaching bedeute, Menschen zu Veränderung zu drängen. Doch echte Transformation geschieht nur, wenn jemand innerlich bereit ist. Alles andere ist Anpassung auf Zeit. Ich sehe meine Aufgabe als Coach darin, Menschen in ihren Prozessen zu begleiten, auch wenn das bedeutet, einfach nur zuzuhören.
Akzeptanz heißt nicht, dass alles so bleiben muss, wie es ist. Es bedeutet, anzuerkennen, was gerade da ist. Ich kann niemanden retten, der nicht gerettet werden will. Ich kann nur da sein, mit einer offenen Haltung und der Bereitschaft, auch das auszuhalten, was gerade nicht veränderbar ist. Diese Form von Begleitung ist kraftvoller als jedes noch so motivierende "Du kannst das!".
Widerstand als Wegweiser verstehen
Oft zeigen sich Widerstände gegen Veränderung als Trägheit, Ausreden oder Konflikte. Doch statt sie zu verurteilen, lohnt sich ein genauer Blick: Was will der Widerstand uns sagen? Vielleicht schützt er einen verletzlichen Teil in uns. Vielleicht weist er auf alte Wunden hin. Oder auf Strukturen, die uns zwar einengen, aber auch Sicherheit geben.
Wenn wir lernen, Widerstand nicht als Feind zu sehen, sondern als Botschafter, öffnet sich eine neue Perspektive. Dann wird klar: Da ist gerade etwas Wichtiges in Arbeit. Es mag langsam gehen, vielleicht sogar stocken, aber es bewegt sich dennoch.
Lernen von denen, die scheinbar stehen bleiben
Menschen, die sich nicht verändern, zeigen uns Grenzen. Sie konfrontieren uns mit unserer eigenen Ungeduld. Oft spiegelt unser Ärger darüber, dass jemand "stehen bleibt", unsere eigenen Themen. Wo wollen wir Kontrolle behalten? Wo fällt uns Akzeptanz schwer? Veränderung im Leben braucht Geduld, mit anderen und uns selbst.
Und manchmal zeigen uns diese Menschen, wie es ist, treu zu sich zu stehen. Auch das ist eine Form von Mut: sich nicht verbiegen, nur weil es erwartet wird. Gerade in einer Welt, die ständig Wandel verlangt, kann Kontinuität ein kraftvolles Statement sein. Es erinnert uns daran, dass auch Standhaftigkeit Teil der Entwicklung ist.
Übung: Beobachten statt bewerten
Nimm dir in der kommenden Woche eine Person in deinem Umfeld vor, bei der du denkst: "Der oder die müsste sich mal verändern." Und dann: Beobachte. Was zeigt dir diese Person über dich? Schreib es auf, ohne zu bewerten. Vielleicht zeigt sie dir, wo du selbst ungeduldig bist. Oder wo du etwas loslassen möchtest, es aber nicht kannst.
Wenn du magst, geh noch einen Schritt weiter: Frag dich ehrlich, in welchem Lebensbereich du selbst gerade nicht bereit bist für Veränderung. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil dein System Schutz braucht. Diese Erkenntnis allein kann entlastend sein und sie öffnet einen ehrlichen Zugang zu dir selbst.
Mein Fazit: Raum geben statt drängen
Jeder Mensch kann sich verändern. Aber nicht jeder will es und nicht zu jedem Zeitpunkt. Das zu akzeptieren bringt Frieden. In Beziehungen, im Job, in dir selbst. Manchmal ist es der größte Schritt nach vorne, genau diesen Raum zu lassen.
Wenn du beginnst, dich selbst und andere weniger zu bewerten, entsteht Freiheit. Und in dieser Freiheit wird Veränderung nicht zum Muss, sondern zur Einladung. Eine Einladung, die du annehmen kannst oder eben nicht. Und beides ist völlig in Ordnung.
Wenn dich das Thema anspricht, teile gerne deine Gedanken. Ich freue mich auf den Austausch mit dir.
Deine Kerstin
Mehr über mich
Noch mehr Informationen über meine Arbeit als Erfolgs- und Mindsetcoach findest Du auf www.wemheuer.de/du-ich und auf meine Seite bei Facebook unter https://www.facebook.com/wemheuercoaching/.
Ich freue mich auf Dein Feedback, Deine Bewertung bei iTunes. Und auch besonders über eine Rezension bei iTunes, um diesen Podcast zu optimieren und um viele Menschen zu unterstützen ihren Zielen näher zu kommen und erfolgreich zu erreichen. Danke!
Bis bald und herzliche Grüße
Deine Kerstin
