028: Öfter mal die Fresse halten

24 Oktober 2017 - 1:39, by , in Allgemein, Podcast, No comments

Öfter einfach mal die Fresse halten

In dieser Podcastfolge geht es mal darum, dass es auch absolut von Vorteil sein kann, wenn du mal nichts sagst. Es geht um die Macht der Stille und wieso es hin und wieder richtig und wichtig ist mal einfach zu Schweigen und nicht einfach daher zu plappern, obwohl du vielleicht gar nichts zu sagen oder du einfach vielleicht auch noch gar nichts sagen möchtest zu diesem Zeitpunkt.

Zur Zeit beschäftigt mich persönlich gerade sehr das Thema Stille bzw. die Kunst des Schweigens. Genau gesagt nehme ich diese Problematik gerade sehr wahr. Menschen in meinem Umfeld reden zu viel, zu wenig, zu früh, zu spät oder wie auch immer …

Das an sich ist ja gar kein Problem. Problematisch wird es erst, wenn geredet bzw. geschwiegen wird, weil Situationen und Zustände unterschiedlich interpretiert und bewertet werden.

 

Ich trage eine Wassermelone

Ein Beispiel gefällig? Hier kommt es. Dieses Beispiel ist auch der berühmte Anlass für diese Podcastfolge.

Die allbekannte Szene aus dem Film „Dirty Dancing“, der jetzt gerade sein 30jähriges Jubiläum feiert. Hauptdarstellerin Baby Housemann (Tochter aus reichem Eltern aus in der noblen Sommerferienanlage) sagt zu Johnny (armer gut aussehender Tanzlehrer in der noblen Sommerferienanlage) – weil ihr nichts Besseres einfällt und sie glaubt etwas sagen zu müssen: „Ich trage eine Wassermelone…“

Ein Satz, den so ziemlich jede(r) kennt, der irgendwann zwischen 1960 und 1990 geboren ist, oder? Oder zumindestens jemanden kennt, der jemanden kennt …

Ich habe diesen Film gerade wieder gesehen und musste mal wieder laut lachen. Wäre Baby etwas souveräner gewesen und hätte sie um die Macht der Stille gewusst, hätte sie einfach geschwiegen und so vielleicht eher ihren Johnny bekommen oder sich zumindest nicht ganz so dämlich gefühlt.

Ich weiß nicht, wie oft ich schon ähnlich anmutige Sätze von mir gegeben habe. Ich habe auch oft schon Antworten gegeben, weil ich dachte, ich muss jetzt was sagen und reagieren. Damit war ich immer ganz vorn dabei, mich entweder zu blamieren oder mir irgendwelche Aufgaben zu holen bei irgendwelchen Arbeitsgruppen, Ehrenämtern oder ähnlichem, die ich eigentlich gar nicht wollte.

Soll nicht heißen, dass du nichts mehr machen sollst, aber wenn du ähnliche Verhaltensweisen an dir wiedererkennst, dann solltest du dir die Zeit nehmen, um dich zu überprüfen, ob du das wirklich willst oder ob das nur passiert, weil du es nicht aushältst still zu sein.

 

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Sprichwort

 

Ich musste ernsthaft nochmal googeln, weil ich mir nicht mehr so sicher war, ob das Sprichwort so oder eventuell „Schweigen ist Silber, Reden ist Gold“ lautet. Aber der erste Ansatz ist der Richtige, obwohl ich mir da heutzutage nicht immer sicher bin, ob das allgemein so bekannt ist…

 

Erst denken, dann sprechen

Oft sprechen Menschen, weil sie glauben reagieren zu müssen. Nicht weil sie nicht nachdenken wollen, sondern auch, weil sie glauben nicht die Zeit zum Nachdenken zu haben. Es könnte ja unhöflich wirken oder nach Desinteresse aussehen …

Wenn es nicht ums nackte Überleben geht, ist eine sofortige Reaktion nicht immer das Beste. #fuckeinfachmachen sollte hier nicht #fuckeinfachantworten sein. Sondern eher #fuckeinfachsagendasichjetztnichtsofortantwortesondernnachdenke.

 

Ist Schweigen Schwäche, Dummheit oder Langeweile?

Kommunikation ist heute so schnell, dass uns oft die Zeit fehlt, alle nötigen Informationen zu beschaffen, die es für eine fundierte eigene Meinung, Entscheidung oder Antwort braucht. Deswegen ist es aus meiner Sicht eher ein Zeichen von Stärke, Intelligenz und auch von Vielseitigkeit, wenn wir uns alle nötigen Informationen und auch den Überblick verschaffen, um wichtige Entscheidungen treffen zu können.

 

#fuckeinfachmachen ist eine Entscheidung

#fuckeinfachmachen ist hier die Entscheidung genau dazu: Die Entscheidung zu treffen, dass du dir den Überblick verschaffst und die für dich nötige Zeit nimmst, um zu antworten und zu entscheiden.

Natürlich solltest du dabei auch genau hinsehen, ob du gerade Aufschieberitis betreibst. Dann solltest du doch ins Handeln kommen und machen. Besonders, wenn der vermeintliche Informationsmangel nur eine Ausrede ist.

Schweigen hat auch viel mit Achtsamkeit und Wertschätzung dem anderen gegenüber zu tun. Oft verpassen wir ganz viel von dem, was der andere sagt, weil wir in Gedanken schon bei unserer Antwort sind. Das heißt nicht, dass dir egal ist, was der andere von sich gibt, aber Multitasking gibt es nun einmal nicht wirklich. Du kannst zuhören oder darüber nachdenken was du entwortest. Punkt.

Zum Beispiel, wenn dir jemand ein Kompliment macht. Hör dir es dir einfach mal nur an und genieße es. Nimm es an und gib dem anderen damit die Wertschätzung und Aufmerksamkeit, die er in diesem Moment verdient. Er will dir was Gutes tun. Wenn du anschließend gleich ein Kompliment zurückgibst, dann verliert sein Kompliment an Aufmerksamkeit und deines kann er vielleicht auch nicht so annehmen, weil es sich wie eine Art Retourkutsche anfühlt. So gewinnt keiner etwas.

Meine Empfehlung: Probiere mal aus, wie es ist, wenn du so eine Situation einfach „aushältst“ und dich in Stille übst. Einfach zuhören, annahmen, bedanken. Fertig. Die Wirkung ist dann ganz wundervoll. Für beide Seiten.

Still sein, kann eine echte Herausforderung sein. Die gute Nachricht dabei: Auch das kannst du leicht und gut üben und lernen. Hier kommen drei Tipps und Impulse von mir, die du gern ausprobieren kannst:

 

Wieso schweigst du nicht?

Überprüfe mal vergangene Situationen, reflektiere und finde heraus, wieso du nicht schweigst. Was ist deine Angst. Was glaubst du, könnte der andere denken? Was genau hält dich ab? Wenn dir diese Verhinderer bekannt sind, dann hast du bereits die ersten Schritte getan. Was brauchst du jetzt, um schweigen zu können?

 

Was andere denken, dass weißt du nicht und geht dich auch nichts an

Mach dir klar: was der andere wirklich denkt, dass weißt du nicht und das geht dich auch nichts an. Alle deine Deutungen und Bewertungen liegen vermutlich immer daneben. Du kannst höchstens herausfinden, was der andere denkt und fühlt, wenn du mit ihm oder ihr darüber sprichst. Hör auf zu orakeln und geh einfach davon aus, dass dein Gegenüber dir wohlgesonnen ist, auch wenn du schweigst.

 

Reden kann auch Gold sein

Wenn du Schweigen willst und Zeit brauchst, dann rede mit deinem Gesprächspartner. Sage einfach, dass du Zeit brauchst und nachdenken möchtest, weil er oder sie dir wichtig ist. Das schafft Klarheit, Wertschätzung und Vertrauen.

 

Und weil noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, solltest du die Kunst des Schweigens einfach üben. Probiere aus, was für dich gut funktioniert und was nicht. Und dann mach mehr von dem, was funktioniert und lass weg, was nicht funktioniert oder verändere es.

 

Schweige-Übungen:

  • Eine „unwichtige“ Entscheidung ganz bewusst und mit Ansage auf später mit der Beantwortung verschieben, um zu erleben, dass nichts passiert.
  • Im vertrauten Umfeld mal erfragen, wie andere das erleben bzw. denken, wenn du sagst, dass du einen Moment brauchst
  • Still sein üben. Zum Beispiel in einem Meeting, wo alle meinen sie müssten was sagen. Schweige ganz bewusst und erlebe, dass es den Meisten auch so geht bzw. dann jemand anderes antwortet oder spricht.
  • Komplimente mal ganz bewusst „nur“ anhören und annehmen. Ganz bewusst „nur“ danke sagen und dann genießen und schweigen

 

Fazit

 

„Wenn man keine Ahnung hat, dann öfter mal die Fresse halten.“  Dieter Nuhr

 

Hör auf dein Bauchgefühl. Das ist sicherlich am Anfang erst einmal eine Übungssache. Aber wenn du das Gefühl hast, du willst nichts sagen, dann lass es doch einfach mal. Schweige solange bis du weißt was du willst.

Stille ist ein mächtiges Element, dass du ganz so für dich einsetzen kannst, wie es dir gerade gut tut.

Meine Empfehlung: Damit es dir noch leichter fällt zu wählen, ob du redest oder schweigst, ist ein gesundes Selbstbewusstsein und viel innere Stärke. Hole dir dazu mein kostenloses EPaper „5 Übungen für mehr Selbstbewusstsein und innere Stärke“ inklusive einem kostenlosen Test, mit dem du auch deine ganz persönlichen Fortschritte beobachten kannst.

Noch mehr Informationen über meine Arbeit als Erfolgs- und Mindsetcoach findest Du auf www.wemheuer.de und auf meine Seite bei Facebook unter https://www.facebook.com/wemheuercoaching/.

Ich freue mich auf Dein Feedback, Deine Bewertung bei iTunes. Und auch besonders über eine Rezension bei iTunes, um diesen Podcast zu optimieren und um viele Menschen zu unterstützen ihren Zielen näher zu kommen und erfolgreich zu erreichen. Danke!

Jetzt viel Spaß beim Hören!

Wenn Du trotzdem das Gefühl hast, dass Du da allein nicht vorankommst, was übrigens völlig normal ist, denn wir alle sehen den Wald oft vor lauter Bäumen nicht, dann hast Du vielleicht einschränkende Glaubenssätze oder Blockaden, die Du allein nicht lösen kannst. Dann nimm doch einfach Kontakt zu mir auf. Gemeinsam finden wir heraus, wo Du Dich selber sabotierst oder blockierst. Damit Du Deine Ziele mit mehr Leichtigkeit erreichst und mehr Zufriedenheit in Deinem Leben erlebst, beenden wir diese Selbstsabotage und lösen die Blockaden. Und zwar nachhaltig im Einklang mit Deinem Unterbewusstsein.

Bis dahin alles Gute für Dich!

Deine Kerstin

 

 

 

Kerstin Wemheuer
Über die Autorin:
Kerstin Wemheuer - Erfolgscoach und Expertin für Zielerreichung. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht Deine Ziele, Wert und Bedürfnisse in Einklang zu bringen. Ohne Druck und einem optimalen Ergebnis für Dich. In meinem Coaching musst Du kein fremdes Verhalten lernen oder antrainieren, um Dein Problem oder Deine Angst zu meistern. Jede Veränderung ist die logische Folge Deines neuen Bewusstseins, dass Du im Coaching erlernst. So kannst Du Dich und Dein Leben nachhaltig verändern und Deine Ziele erreichen – ohne belastenden Druck und im Einklang mit allen Deinen Werten.

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