019: Die Kunst einfach mal nichts zu machen

22 August 2017 - 0:34, by , in Podcast, 6 comments

Die Kunst einfach mal NICHTS zu machen

In diesem Beitrag erfährst du, wieso ich es so wichtig finde, einfach auch mal nichts zu machen und wieso dir das eine besondere Energie gibt, die du brauchst, um einfach zu machen.

Klingt unlogisch? Klingt kompliziert? Klingt verwirrend?

Ja, klingt unlogisch. Klingt kompliziert. Klingt verwirrend!

Ist es aber gar nicht!

Was passiert denn mit dir, wenn ich dir sage: „So, Handy weg. Rechner weg. Jetzt wird mal nicht gearbeitet. So gar nicht gearbeitet. Kein Job, kein Haushalt, kein gar nichts. Jetzt wird entspannt, relaxed oder einfach was getan, dass du nur tust, um glücklich zu sein, um Freude zu empfinden, um Spaß zu haben.“

Na, Schweißausbruch? Oder wirst du sofort nervös, weil du ja noch so viel zu erledigen hast? Trockener Hals und du musst schlucken, weil dir irgendwie die Spucke weg bleibt? Und dein innerer Dialog schaltet um auf den „Das-geht-doch-gar-nicht-Kanal“…

Alles Signale, die dir genau jetzt zu denken geben sollten. Und ich bin jetzt gerade wirklich nicht im Klugscheißer-Modus oder lasse den Coach raushängen. Ich spreche da nämlich wirklich aus eigener Erfahrung. Und zwar eine Erfahrung, mit der ich mittlerweile deutlich besser umgehen kann, aber hin und wieder erwischt mich genau dieses Verhalten (eine gute Freundin von mir nannte das gerade den Busy-Busy-Modus) immer wieder.

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Wieso denn mal nichts tun?

Wieso ist es überhaupt wichtig mal nichts zu tun? Eine Frage, die gerade von mir etwas merkwürdig erscheint. Bin ich doch eine Verfechterin von „Einfach machen“ und mein eigener Podcast heißt schließlich auch „F***einfachmachen – Der Podcast für deinen Erfolg“. Wieso also jetzt mein einem mal „nichts machen“???

Im Grunde geht es ja nicht wirklich darum nichts zu machen. Denn auch relaxen, Zeitschriften lesen, Fernsehen, schlafen, faulenzen usw. sind auch alles Tätigkeiten. Auch hier bist du am machen.

ABER leider popp da sofort dein ständiger Begleiter namens schlechtes Gewissen auf. Schon beim bloßen Nachdenken darüber, dass du dich gemütlich am helllichten Tag auf dein Sofa setzt und „nur“ was liest und eine banale Fernsehsendung liest, ruft ihn auf den Plan. Zack, sofort ist es da. Das schlechte Gewissen. Du könntest ja noch dieses oder jenes tun und außerdem ist ja das und das auch noch nicht fertig oder so wie es sein sollte … Und überhaupt: was sollen denn die anderen denken, wenn du hier so nichts tust?!?!

 

Das Richtige machen

Die Kunst nichts zu machen ist also eher die Kunst, das zu machen, wonach die gerade wirklich ist. Was für dich richtig ist und was dir gerade gut tut. Was dir ein gutes Gefühl verschafft. Und jetzt lassen wir mal ganz außen vor, dass es natürlich mega wichtig ist Ruhe- und Erholungsphasen zu haben. Ausreichend Schlaf und Bewegung usw. Das brauche ich niemanden erklären und darum geht es hier auch nicht. Wenn sich das für dich in diesen Momenten gut anfühlen würde, dann würdest du es auch öfter tun und vor allem ohne schlechtes Gewissen.

 

Wo kommt denn das schlechte Gewissen her?

Genau dieser Frage solltest du mal näher auf den Grund gehen, um dich beim nichts machen oder auch beim machen, der für dich richtigen Dinge, gut zu fühlen. Um entspannt relaxen zu können oder was auch immer. Ohne dieses schlechte Gewissen!

Wieso fühlt sich das schlecht an, wenn du nichts machst? Meine Empfehlung um genau das herauszufinden: Achte doch mal auf deinen inneren Dialog. Was genau besprichst du da mit dir selber bzw. was hörst du da, wenn du daran denkst mal nichts zu machen? Ist das sowas wie:

„Wenn ich jetzt nicht noch das und das mache, dann denken die anderen,

  • dass ich nicht fleißig bin
  • dass ich nicht genug leiste
  • dass ich faul bin“

Oder auch:

„Wenn ich jetzt noch dieses oder jenes erledig, dann muss doch jemand merken, wieviel ich leiste und dass ich echt was wert bin, weil ich so viel machen.“

 

Meine drei besten Tipps, um zu lernen auch mal nichts zu machen bzw. das zu machen, was du möchtest. Egal was die anderen wollen oder denken!

 

Mach mit dir selber ein Date

Verabrede dich mit dir selber. Trage dir dazu einen Termin in deinen Kalender ein. Genauso wie du andere Termine planst. Lege fest wann und wie lange du nichts machen möchtest. Und halte auch an diesem Termin fest als wäre es ein fester und wichtiger Termin mit einer anderen Person. Wenn dir das am Anfang noch schwer fällt, dann probiere es mit einer geringen Dauer ein. Und wenn es nur fünf Minuten sind. Taste dich da ruhig ran. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und wenn du vielleicht schon jahrelange dir angewöhnt hast immer zu funktionieren und immer zu machen, dann darf es ruhig etwas dauern bis du dir hier eine neue Gewohnheit zugelegt hast, die sich dann auch so richtig gut anfühlt. Gut Ding will gut Weile haben.

 

Nobody is perfect und Perfektion ist nicht alles

Wenn deine Motivation Perfektion ist, dann mach dir bewusst, dass niemand perfekt ist. Und was genau ist schon perfekt? Das liegt doch wirklich immer im Auge des Betrachters. Was für den einen perfekt ist, ist für den anderen noch lange nicht fertig. Schau dich einfach mal in deinem Umfeld um, jeder hat sein Päckchen zu tragen und keiner hat das „optimale“ Leben. Und vor allem werden die wenigsten bis gar keiner von dir Perfektion erwarten!

Um Sheryl Sandberg – die rechte Hand von Facebook Gründer Marc Zuckerberg – zu zitieren:

 

„Erledigt ist besser als perfekt.“ 

 

Recht hat sie! Absolut. Meistens reicht es auch, wenn du 80% gibst. Die „gewonnene“ Zeit kannst du großartig nutzen, um dass zu tun, was dir gut tut! Hier gilt dann auch: Einfach machen!

 

Beschäftigt ist nicht produktiv

Verdeutliche dir einfach mal, dass beschäftigt sein nicht produktiv sein heißt. Schreibe dir als ganz einfach mal auf, was du den ganzen Tag so machst. Erstens siehst du dann, was du wirklich alles schaffst und dass du durchaus Grund hast jetzt mal nichts zu machen oder bzw. etwas zu machen, was du wirklich möchtest. Und zweitens kannst du dann auch beleuchten, was davon wirklich wichtig und dringlich ist. Das ein oder andere ist vielleicht unwichtig und oder nicht dringlich. Wenn etwas in beide Kategorien fällt, solltest du auf jeden Fall mal überlegen, wieso du das machst und ob es wirklich gemacht werden muss.

 

Entwickle eine neue Routine

Wenn du merkst, dass Stress dein Leben dominiert und du ständig und immer nur am Rotieren bist, dann halte ganz bewusst inne. Erschaffe dir ganz bewusst eine neue Routine, die für das nichts tun da ist. Plane auch diese solange ganz bewusst in deinen Alltag ein, bis sie sitzt. Bis du nicht mehr darüber nachdenken musst, genau jetzt etwas zu tun, das dir gut tut. Wenn du diese Hürde genommen hast, dann ist es sogar ganz sicher möglich, dass diese Routine gar keinen festen Ort und/oder eine feste Zeit hat. Du machst dann ganz einfach das, was du willst..

 

Hör mal auf dein Bauchgefühl

Wenn du einen oder auch mehrere Momente innehältst und deine Aufmerksamkeit nach innen lenkst, dann wird dir dein Gefühl schon sagen, ob du eine Pause brauchst oder nicht. Eine Pause von dem, was so der „normale“ Alltagswahnsinn bei dir ist. Oder auch eine generelle Veränderung in deinem Tagesablauf. Und wenn dir nicht nach Aktion ist und du es ganz ehrlich zu dir selbst einrichten kannst, dann mach einfach mal nichts. Relax, mach Sport, lies eine Zeitschrift oder ein Buch, whatever. Tu was dir gut tut!

Aber bitte nicht alles auf einmal. Denn das ist auch ein weitverbreitetes Phänomen: Wenn du schon nichts tust, dann bitte etwas so: Auf dem Sofa sitzend und einen Film sehen. Dabei eine der 25 Zeitschriften, die ja alle ungelesen rumliegen hektisch durchblättern, während in der Werbepause noch Belege sortiert werden und auf dem Rechner Emails gecheckt und beantwortet werden …

So bitte nicht! So geht nichts tun definitiv nicht!

Ich wünsche Dir viel Spaß bei dieser neuen Folge und beim nichts tun bzw. bei allem, was dir Spaß macht!

Noch mehr Informationen über meine Arbeit als Erfolgs- und Mindsetcoach findest Du auf www.wemheuer.de und auf meine Seite bei Facebook unter https://www.facebook.com/wemheuercoaching/.

Ich freue mich auf Dein Feedback, Deine Bewertung bei iTunes. Und auch besonders über eine Rezension bei iTunes, um diesen Podcast zu optimieren und um viele Menschen zu unterstützen ihren Zielen näher zu kommen und erfolgreich zu erreichen. Danke!

Jetzt viel Spaß beim Hören und überprüfen und verändern deines Umfeldes, damit du mehr Erfolg und Zufriedenheit in dein Leben holst.

Deine

Kerstin

 

Kerstin Wemheuer
Über die Autorin:
Kerstin Wemheuer - Erfolgscoach und Expertin für Zielerreichung. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht Deine Ziele, Wert und Bedürfnisse in Einklang zu bringen. Ohne Druck und einem optimalen Ergebnis für Dich. In meinem Coaching musst Du kein fremdes Verhalten lernen oder antrainieren, um Dein Problem oder Deine Angst zu meistern. Jede Veränderung ist die logische Folge Deines neuen Bewusstseins, dass Du im Coaching erlernst. So kannst Du Dich und Dein Leben nachhaltig verändern und Deine Ziele erreichen – ohne belastenden Druck und im Einklang mit allen Deinen Werten.

6 Kommentare on "019: Die Kunst einfach mal nichts zu machen"

Kiwi - 23 August 2017 Antworten

Die wichtigste Aufgabe, die du in deinem Leben hast, ist dafür zu sorgen, dass es dir gut geht. - Gar nicht immer so einfach. ;-) Vielen Dank für die schönen Anregungen zum Nicht-Machen! Liebe Grüße, Kiwi

    Kerstin Wemheuer
    Kerstin Wemheuer - 25 August 2017 Antworten

    Liebe Kiwi, sehr sehr gern! Ich bin absolut bei dir, dass es mega wichtig ist, zuerst für sich zu sorgen, damit wir dann auch gut für andere sorgen können. Drück dich und sende liebe Grüße von der Couch ;-) Kerstin

Kathleen Rother - 23 August 2017 Antworten

Hallo Kerstin, super Beitrag! Leider sind fast alle in diesem ewig tun, tun, tun Modus. War ich auch. Vor Jahren musste ich mir das richtig hart abtrainieren. Auch jetzt fällt mir das manchmal noch schwer. Die Erkenntnis ist: es geht mir seitdem viel besser und keinesfalls schlechter, obwohl ich eigentlich viel weniger mache als früher. Wenn doch mal Stress ausbricht (meist im Kopf), hilft wirklich am besten der komplette Rückzug. Das muss nicht lange sein, aber wirklich komplett weg. Ich habe gelernt, dass die Welt dann nicht unter geht und danach kommen immer die besten Ideen bzw. die Klärung des Problems. Oder das wieder einklinken in die von dir beschriebene Routine, die stressfreiere Abläufe bringt. Viele Grüße von Kathleen

    Kerstin Wemheuer
    Kerstin Wemheuer - 25 August 2017 Antworten

    Liebe Kathleen, danke für das Feedback :-) Für mich war es auch wichtig zu lernen, dass sich die Welt auch ohne mich weiterdreht ;-) Ich wollte sie doch schließlich retten und besser machen :-D Rückzug ist eine wirkungsvolle Methode. Manchmal reichen wenige Minuten, wo der Fokus bzw. die Aufmerksamkeit woanders ist, als auf dem Stressherd. Danke für die Anregung! Liebe Grüße Kerstin

Ines - 25 August 2017 Antworten

Und dann muss man ja auch noch ZEit haben einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen. - Astrid Lindgren -

    Kerstin Wemheuer
    Kerstin Wemheuer - 25 August 2017 Antworten

    Liebe Ines, <3 Ich liebe dieses Zitat, denn es beinhaltet so viel Wahrheit. Danke dafür. Es passt wie die Faust aufs Auge zu diesem Artikel. Liebe Grüße Kerstin

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